Programm

Menschen - Orte - Utopien

Mit Utopie bezeichnet man im Wortsinne Orte, die es nicht oder noch nicht gibt – oder vielleicht auch nicht mehr gibt. Das Paradies ist solch ein Ort, nach dem sich wohl die meisten Menschen sehnen, seien sie gläubig oder nicht, bewusst oder unbewusst. So unerreichbar aber muss eine Utopie gar nicht sein, immer und überall gibt es auch Punkte, in denen sie sich zumindest teilweise verwirklicht, in der Realität eines Hier und Jetzt. Manchmal erscheinen sie mehr oder weniger zufällig, man kann sie aber auch sichtbar machen, indem man an scheinbar ganz alltäglichen Orten ihren tieferen Sinn aufleuchten lässt.

In einer literarischen Nacht kann man in einem Rondo einzelner Veranstaltungsorte diese Idee künstlerisch umsetzen. Man könnte mit einem Abbild vom Garten Eden beginnen, etwa in einer Gärtnerei oder in einer künstlerisch gestalteten Parkanlage. In einem exemplarischen Gang durch die Geschichte der Menschheit könnte man mit dem Modell aus der griechischen Antike, etwa der Akropolis, fortfahren, in der spirituelles, ökonomisches, kulturelles und politisches Zentrum enthalten ist, in einer heutigen Gemeinde etwa ein Gemeindehaus, ein Geschäftszentrum, ein religiös orientierter Raum usw. Bei den Römern erfährt dieses Institution ihre Fortsetzung im „Forum“, in aktueller Umsetzung evtl. der Sitzungssaal einer Gemeinde, eines Landkreises. Im Mittelalter setzt die Burg einen markanten Punkt in die Landschaft. Bis zum heutigen Tag stellt die „Piazza“ in mediterranen Ländern einen selbstverständlichen Mittelpunkt von allem menschlichen Leben dar; man kann nach den Möglichkeiten dieses Piazza-Gedanken in unseren nördlicheren Gefilden nachdenken – an geeignetem Ort. Für die Neuzeit ließen sich weitere gesellschaftlich wie künstlerisch auffällige Bauten als Spielplätze bestimmen. Schließen könnte der Veranstaltungs-Zirkel da, wo er begonnen hat: an einem Ort, der das Jenseits anruft. Der Friedhof wäre ein solcher Platz, an dem die Gedanken von selbst in eine andere Welt schweifen.




Gerd Holzheimer

Photograph: Volker Derlath
Gerd Holzheimer studierte Germanistik, Geschichte, Politik und Philosophie und war nach seiner Promotion zum Doktor der Philosophie als Lehrer an einem Gymnasium tätig. Seine große Leidenschaft galt jedoch schon immer der Literatur. Diese vermittelt er als Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Bayerische Literaturgeschichte an der Universität München und als Autor von zahlreichen Büchern, literaturwissenschaftlichen Arbeiten, Fachartikeln und Hörfunk- und Fernsehbeiträgen. Zumeist drehen sich seine Werke um bayerische Geschichte(n) und Persönlichkeiten, wobei Gerd Holzheimers tiefe Heimatliebe alles andere als „tümelnd“ daher kommt. Der Autor schreibt kritisch hinterfragend, der Wahrheit auf den Zahn fühlend, und dennoch leicht bekömmlich, weil alles gut gewürzt ist mit seinem feinen, hintersinnigen, mitunter auch schrägen Humor und Wortwitz.

Quelle: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unter-unserem-himmel/Adventsingen-Gerd-holzheimer-100.html




Elisabeth Carr

Photographin: Ulrike Mertz
Der Wandel ist die Gestalt

Als Elisabeth Carr gemeinsam mit Ariane von Hofacker 2005 die KunstRäume am See gründete, um besondere kulturelle Veranstaltungen einem breiteren Publikum anzubieten, setzten die beiden eigentlich nur fort, was sie bereits im Elternhaus und im privaten Rahmen genossen hatten: Die Liebe zur Kunst, die Lust an Begegnungen, der Geschmack an einem zeitgemäß aufgefaßten „Salon“, war der Antrieb für ihre Aktivitäten. Die Kunst begann, sich ihre Räume zu suchen, rund um den See. Die Arbeit der KunstRäume erschließt die Gegend zusammen mit der Kunst, so dass sich der Begriff von „zuhause“ erweitert: im vertrauten Bereich sind zusätzliche, bisher ungenutzte Räume zu entdecken, und das gilt auch für die Räume im eigenen Kopf. Was zuerst ein tief persönliches Anliegen war, drängte danach, auf ein festes Fundament gestellt zu werden. Fast wie von selbst ergab sich der Weg zu einer professionellen Kulturarbeit, die alle Sparten der Kunst umfasst und ebenso in eigener Initiative wie im Auftrag vorgeht. Seit 2008 leitet Elisabeth Carr das Kulturatelier der KunstRäume allein. Hier gestalten sich schöpferische Prozesse im Dialog von Beratung und Vermittlung einerseits und den Kulturschaffenden andererseits. Neben freien Einzelveranstaltungen rund um den Starnberger See und dem Landkreis, sowie in München, wurden u.a. folgende kulturelle Veranstaltungreihen initiiert, konzeptioniert und organisiert – ca. 150 unikate Veranstaltungen in ca. 100 entsprechend passenden KunstRäumen.

Dabei ist sie immer auch selbst Gestalterin, die mit feinem Gespür den Austausch mit den Künstlern pflegt und eigenen Ideen Raum zu verschaffen versteht. Sie liebt es, eine Atmosphäre herzustellen, die Lust nicht nur auf den Kunstgenuß, sondern auch auf Austausch und Kennenlernen macht. Nach ihrer Ausbildung zur Sozialpädagogin ergriff Elisabeth Carr als zweiten Beruf den der Gestalttherapeutin in freier Praxis und nun ist sie Kulturmanagerin geworden. In dieser Arbeit, die man im übertragenen Sinn durchaus als „Sozialarbeit“ verstehen kann, fließen ihre vielen Kenntnisse und Lebenserfahrungen zusammen. Fest verwurzelt in Starnberg, ist sie mit dem Australier David Carr verheiratet, mit dem sie sechs Kinder hat. So ist auch ihr persönliches Leben von Vielfalt und weiten Räumen geprägt. Sie richtet den Blick auf die heimatliche Umgebung, deren Fülle und Schönheit sie nutzen will, um den äußeren Reichtum auch innerlich aufzuladen mit dem Bezug zur Welt. Das Wandern der KunstRäume von Ort zu Ort verweist auf den Wandel, dem alles unterworfen ist. Feste Formen sind Illusion. Dieser innersten Überzeugung begegnet Elisabeth Carr mit Neugier und Spannung.
Der Wandel ist die Gestalt: Diese herausfordernde Aussage ist ihr Leitmotiv.




Stefan Wilkening

Jahrgang 1967, studierte Theologie, bevor er an der Otto- Falckenberg- Schule eine Schauspielausbildung begann. Bereits zu Beginn seiner Karriere spielte er in diversen Rollen an den Münchner Kammerspielen unter Dieter Dorn. Dann wechselte er an das Schauspiel Frankfurt . Zu seinen wichtigsten Rollen in Frankfurt zählten u.a. Lucky in "Warten auf Godot" von Beckett , Algernoon in "Bunbury" von Oscar Wilde, Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia" , der Doktor in "Woyzeck" von Georg Büchner und Marquis Posa in "Don Carlos" . Von 2000 bis 2011 war er Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel . Hier spielte er u.a. den Don Quijote in “Don Quijote von der Mancha“ , Don Pedro in Shakespears “Viel Lärm um Nichts “ und Mistingue in “die Affäre Rue de Lourcine“ . Seit 2011 ist Stefan Wilkening als freier Schauspieler, Sprecher und Moderator tätig. Stefan Wilkening arbeitet bei zahlreichen Hörfunk-, Hörbuch- und Filmproduktionen mit und tritt als Rezitator mit unterschiedlichen Live-Programmen, u.a. Goethe, Schiller, Eichendorff , Mozart und Wilde auf . Seit mehr als 10 Jahren gehört Stefan Wilkening zu den prägenden Stimmen im Bayerischen Rundfunk. Im Kinder - und Jugendbereich spielte er u.a. "Biene Maja", "Rennschwein Rudi Rüssel", "Pinocchio" und "Das Gespenst von Canterville" . Mit diesen Produktionen ist er in ganz Deutschland immer wieder auf Tournee. Zahlreiche Aufnahmen von Stefan Wilkening sind auch als Hörbuch erschienen.



Laura Maire

Laura Maire begeisterte als Sprecherin bereits in zahlreichen Hörbuchproduktionen und war im Fernsehen u.a. in "Küstenwache" und "Die Rosenheim-Cops" zu sehen. Mit ihrer sehr wandlungsfähigen Stimme und ihren eindringlichen Interpretationen verleiht sie einem Text große Intensität.

Quelle: http://www.fischerverlage.de/autor/laura_maire/20987