Programm

Elisabeth Carr liest Gedichte und Prosa der großen deutschen Dichterin

Gerd Holzheimer erinnert an ihre poetischen, politischen und persönlichen Dimensionen

Begegnung mit Literatur ist vor allem natürlich eine Begegnung mit der Sprache.
Welche Möglichkeiten eröffnet uns die Sprache, welche Grenzen hat sie? Was lässt sich, was lässt sich nicht in ihr ausdrücken?
In welcher Weise kann die Natur in der Sprache sich selbst gleichsam finden und erfinden?
Und das in einem Land wie der ehemaligen DDR mit ihrer nun schon fast vergangenen Kultur, in dem eben auch Naturlyrik nicht in das offizielle Programm passte?
Zugleich hat die Begegnung mit Sarah Kirsch auch mit unserer Region zu tun. Sie war, man denkt es nicht, gut befreundet mit Annemarie Koch, der Tochter von Oskar Maria Graf.
Auch sei an eine Lesung von Christa Wolf im „Undosa“ am Starnberger See erinnert, Freundin und Kollegin von Sarah Kirsch, die als Bella in dem Buch Sommerstück auftaucht.
Letztlich ist die Auseinandersetzung mit einem poetischen Werk natürlich immer auch Begegnung mit sich selbst.
Was hören wir in uns klingen?





Elisabeth Carr

Photograph: Andreas Rumland
Der Wandel ist die Gestalt

Als Elisabeth Carr gemeinsam mit Ariane von Hofacker 2005 die KunstRäume am See gründete, um besondere kulturelle Veranstaltungen einem breiteren Publikum anzubieten, setzten die beiden eigentlich nur fort, was sie bereits im Elternhaus und im privaten Rahmen genossen hatten: Die Liebe zur Kunst, die Lust an Begegnungen, der Geschmack an einem zeitgemäß aufgefaßten „Salon“, war der Antrieb für ihre Aktivitäten. Die Kunst begann, sich ihre Räume zu suchen, rund um den See. Die Arbeit der KunstRäume erschließt die Gegend zusammen mit der Kunst, so dass sich der Begriff von „zuhause“ erweitert: im vertrauten Bereich sind zusätzliche, bisher ungenutzte Räume zu entdecken, und das gilt auch für die Räume im eigenen Kopf. Was zuerst ein tief persönliches Anliegen war, drängte danach, auf ein festes Fundament gestellt zu werden. Fast wie von selbst ergab sich der Weg zu einer professionellen Kulturarbeit, die alle Sparten der Kunst umfasst und ebenso in eigener Initiative wie im Auftrag vorgeht. Seit 2008 leitet Elisabeth Carr das Kulturatelier der KunstRäume allein. Hier gestalten sich schöpferische Prozesse im Dialog von Beratung und Vermittlung einerseits und den Kulturschaffenden andererseits. Neben freien Einzelveranstaltungen rund um den Starnberger See und dem Landkreis, sowie in München, wurden u.a. folgende kulturelle Veranstaltungreihen initiiert, konzeptioniert und organisiert – ca. 150 unikate Veranstaltungen in ca. 100 entsprechend passenden KunstRäumen.

Dabei ist sie immer auch selbst Gestalterin, die mit feinem Gespür den Austausch mit den Künstlern pflegt und eigenen Ideen Raum zu verschaffen versteht. Sie liebt es, eine Atmosphäre herzustellen, die Lust nicht nur auf den Kunstgenuß, sondern auch auf Austausch und Kennenlernen macht. Nach ihrer Ausbildung zur Sozialpädagogin ergriff Elisabeth Carr als zweiten Beruf den der Gestalttherapeutin in freier Praxis und nun ist sie Kulturmanagerin geworden. In dieser Arbeit, die man im übertragenen Sinn durchaus als „Sozialarbeit“ verstehen kann, fließen ihre vielen Kenntnisse und Lebenserfahrungen zusammen. Fest verwurzelt in Starnberg, ist sie mit dem Australier David Carr verheiratet, mit dem sie sechs Kinder hat. So ist auch ihr persönliches Leben von Vielfalt und weiten Räumen geprägt. Sie richtet den Blick auf die heimatliche Umgebung, deren Fülle und Schönheit sie nutzen will, um den äußeren Reichtum auch innerlich aufzuladen mit dem Bezug zur Welt. Das Wandern der KunstRäume von Ort zu Ort verweist auf den Wandel, dem alles unterworfen ist. Feste Formen sind Illusion. Dieser innersten Überzeugung begegnet Elisabeth Carr mit Neugier und Spannung.
Der Wandel ist die Gestalt: Diese herausfordernde Aussage ist ihr Leitmotiv.




Gerd Holzheimer

Photograph: Volker Derlath
Gerd Holzheimer studierte Germanistik, Geschichte, Politik und Philosophie und war nach seiner Promotion zum Doktor der Philosophie als Lehrer an einem Gymnasium tätig. Seine große Leidenschaft galt jedoch schon immer der Literatur. Diese vermittelt er als Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Bayerische Literaturgeschichte an der Universität München und als Autor von zahlreichen Büchern, literaturwissenschaftlichen Arbeiten, Fachartikeln und Hörfunk- und Fernsehbeiträgen. Zumeist drehen sich seine Werke um bayerische Geschichte(n) und Persönlichkeiten, wobei Gerd Holzheimers tiefe Heimatliebe alles andere als „tümelnd“ daher kommt. Der Autor schreibt kritisch hinterfragend, der Wahrheit auf den Zahn fühlend, und dennoch leicht bekömmlich, weil alles gut gewürzt ist mit seinem feinen, hintersinnigen, mitunter auch schrägen Humor und Wortwitz.

Quelle: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unter-unserem-himmel/Adventsingen-Gerd-holzheimer-100.html