Programm

Nach ihm sind Plätze benannt, Straßen, Lokale, es existieren viele Büsten, Gemälde, Denkmäler von ihm, er prangt auf der spanischen 2 Euro-Münze, er machte einen ganzen Landstrich berühmt - dabei hat es ihn in "Wirklichkeit" nie gegeben. Die Rede ist von Don Quijote de la Mancha, dem Protagonisten des großen spanischen Beitrags zur Weltliteratur, der wunderbaren Schöpfung des Abenteurers und Literaten Miguel de Cervantes Saavedra.
Dem Schauspieler und Sprecher Stefan Wilkening gelingt es mit seiner lebendigen Lesung, den ritterlichen Helden mitsamt seinem Knappen Sancho Pansa, seiner angebeteten Dulcinea und allem „Ritterzubehör“ für den Zuhörer zum Leben zu erwecken. Unterstützung erhält er dabei von der Akkordeonistin Maria Reiter, die mit ihrem virtuosen Spiel die spanische Landschaft erstehen lässt ebenso wie die Fährnisse dieser großen Reise.



Stefan Wilkening


Jahrgang 1967, studierte Theologie, bevor er an der Otto- Falckenberg- Schule eine Schauspielausbildung begann.
Bereits zu Beginn seiner Karriere spielte er in diversen Rollen an den Münchner Kammerspielen unter Dieter Dorn. Dann wechselte er an das Schauspiel Frankfurt . Zu seinen wichtigsten Rollen in Frankfurt zählten u.a. Lucky in "Warten auf Godot" von Beckett , Algernoon in "Bunbury" von Oscar Wilde, Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia" , der Doktor in "Woyzeck" von Georg Büchner und Marquis Posa in "Don Carlos".
Von 2000 bis 2011 war er Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel . Hier spielte er u.a. den Don Quijote in “Don Quijote von der Mancha“ , Don Pedro in Shakespears “Viel Lärm um Nichts “ und Mistingue in “die Affäre Rue de Lourcine“ . Seit 2011 ist Stefan Wilkening als freier Schauspieler, Sprecher und Moderator tätig.
Stefan Wilkening arbeitet bei zahlreichen Hörfunk-, Hörbuch- und Filmproduktionen mit und tritt als Rezitator mit unterschiedlichen Live-Programmen, u.a. Goethe, Schiller, Eichendorff , Mozart und Wilde auf.
Seit mehr als 10 Jahren gehört Stefan Wilkening zu den prägenden Stimmen im Bayerischen Rundfunk. Im Kinder - und Jugendbereich spielte er u.a. "Biene Maja", "Rennschwein Rudi Rüssel" , "Pinocchio" und "Das Gespenst von Canterville" . Mit diesen Produktionen ist er in ganz Deutschland immer wieder auf Tournee. Zahlreiche Aufnahmen von Stefan Wilkening sind auch als Hörbuch erschienen.




Maria Reiter


Bild: Christoph A. Hellhake
Das Akkordeon begann seine musikalische Karriere auf dem Tanzboden und mit gemütvollen Volksweisen aller Art. Bald aber strebte es sowohl auf das Konzertpodium hinauf, als auch in die Welt hinaus, indem es seine technischen Möglichkeiten mehr und mehr erweiterte.

Dieselbe Bewegung vollzog auch die Akkordeonistin Maria Reiter, die vom Trachtenverein und dem allseits beliebten "La Paloma" und Ähnlichem ausgehend sich z.B. der mongolischen Weltmusik mit Urna Chachar Tugchi zuwandte und folgerichtig auch mit deren internationalem Ensemble auf Weltreise ging. Dasselbe Reiseziel verfolgte sie mit dem Figurentheater der "Puppet Players", quasi einem "Welttheater en miniature". Originellerweise scheint die Weltläufigkeit auch auf die Gesänge von Purcell oder Monteverdi zuzutreffen. Diese wurden mit der Akkordeonistin und den Sopranen Monika Lichtenegger und Beate von Hahn für die Opernfestspiele in München inszeniert. Die barocken Zwiegesänge funktionierten aber ebenso gut – nur schweißgebadet –  bei den Festspielen in Hue/Vietnam.

Was wäre die Akkordeonistin ohne ihre Erzähler; seien sie Schauspieler, Sänger oder beides zusammen. Tourneen und viele schöne Einzelkonzerte erlebte sie mit Konstantin Wecker, mit Krista Posch, Rufus Beck, Petra Lamy, Nicole Beutler. Jahrzehntelanges Bühnenglück bescherte ihr Michael Heltau, selbiges Wolf Euba und und und ... ein fixes Standbein hat sie in Wien als Mitglied der Wiener Theatermusiker.

Inspirierendster Instrumentallehrer war ihr der baskische Akkordeonist und Dirigent Enrique Ugarte.

Eine große Herzensangelegenheit ist ihr die Kammermusik.
Sie pflegt seit Jahren tiefe musikalische Freundschaften mit der Geigerin Esther Schöpf, ebenso mit dem Cellisten Heinrich Klug. Der Münchner Pianist, Komponist und Dirigent Rudi Spring war ihr musikalischer Wegweiser. Er brachte Ordnung in ihren musikalischen Bauchladen und komponierte für sie ca. 300 Minuten Akkordeonmusik (Solo, Vokal,- und Instrumentalkammermusik, sowie Bearbeitungen und Orchesterintegration). Mit ihm und der Hackbrettistin Marianne Kirch zusammen war sie im Trio "Cosi fan Tango" Preisträgerin im intern. Kammermusikwettbewerb Düsseldorf 1995. Heute spielt das Hackbrett die Musikerin Elisabeth Seitz. Eine zweite Trioversion dieses Namens mit Violine statt Hackbrett existiert seit 2002, zunächst mit dem Wiener Konzertmeister Erich Höbarth, seit 2009 mit dem Münchner Konzertmeister Florian Sonnleitner.